Der Beruf des Wirtschaftsingenieurs setzt das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an einer Hochschule (Universität, Fachhochschule), das mit einem akademischen Grad abschließt, oder einer Berufsakademie voraus. Das Studium kann als grundständiges Studium erfolgen und als postgraduales Aufbaustudium. Während beim grundständigen Studium die breit gefächerte Ausbildung aus einem Ingenieurteil (mathematisch-naturwissenschaftliches und technisches Wissen) sowie einem kaufmännischen Teil (betriebs- und volkswirtschaftliches, juristisches Wissen) besteht, baut das Aufbaustudium auf einem erfolgreich abgeschlossenen Ingenieurstudium auf und beschränkt sich daher hauptsächlich auf den kaufmännischen Teil.
Innerhalb dieser Studienrichtung können zum Teil verschiedene Studienschwerpunkte gewählt werden, so bieten z. B. Seefahrtschulen einen eigenen Studiengang zum Wirtschaftsingenieur für Seeverkehr/Nautik an.
Wirtschaftsingenieure werden nicht selten innerhalb von technisch-wirtschaftlichen Querschnittsfunktionen, wie z. B. für logistische oder planerische Aufgaben (z. B. im Fertigungsbereich), technisches Marketing, Vertrieb bzw. Einkauf für technische Produkte, Projektmanagement oder Qualitätssicherung tätig.
Sie werden hauptsächlich im Maschinenbau, der Elektrotechnik, im Fahrzeugbau, im Bauwesen und in Beratungsgesellschaften eingesetzt. Dank des umfassenden Wissens werden Wirtschaftsingenieure immer öfter bei Versicherungen, Kreditinstituten oder im Einzelhandel als auch in der Informatik eingesetzt.
Wirtschaftsingenieure sind beispielsweise in den Bereichen Vertrieb (siehe auch: Vertriebsingenieur), Produktion, Logistik (Hafenwirtschaft, Reedereien), Einkauf, Finanzen/Verwaltung, Unternehmensführung/Unternehmensleitung, Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, Controlling und Consulting tätig. Die Karriereaussichten von Wirtschaftsingenieuren sind nach Aussage von Professor Helmut Baumgarten, Vorstandsmitglied des Verbandes Deutscher Wirtschaftsingenieure (VWI), hervorragend. Sogar in Zeiten stagnierenden Arbeitsmarktes wie zu Anfang des Jahrzehnts seien weitaus weniger Wirtschaftsingenieure von Arbeitslosigkeit betroffen als ausgebildete Wirtschaftswissenschaftler oder Ingenieure. Während sich in anderen Disziplinen wie Betriebswirtschaftslehre oder Maschinenbau mit steigenden Absolventenzahlen immer auch die Arbeitslosigkeit überproportional erhöhe, halte sich das Verhältnis im Wirtschaftsingenieurwesen die Waage.