Das klassische Studium zum Diplom-Physiker ist sehr zeitaufwendig. Im Semester ist neben Vorlesungen und Übungen und meistens noch Praktika ein hoher Aufwand zum Lösen von Übungszetteln notwendig. Vorlesungen, Übungen und Praktika haben typischerweise folgenden Umfang:
- Experimentalphysik (I bis IV): je 4 + 2 Wochenstunden
- Theoretische Physik (I bis IV oder V): je 4 + 2 Wochenstunden
- Lineare Algebra (I oder /und II): je 4 + 2 Wochenstunden
- Analysis (I bis III oder IV): je 4 + 2 Wochenstunden
- bzw. Höhere Mathematik (I bis IV): je 6 + 2 Wochenstunden
- Nebenfach: 4 + 2 Wochenstunden
- Höhere Experimentalphysikvorlesungen (Hauptstudium): je 3 + 1–2 Wochenstunden
- Praktikum im Grundstudium: ein bis 2 Nachmittage pro Woche (3 bis 4 Stunden)
- Fortgeschrittenenpraktikum: 1 Vorlesungstag pro Woche (7–10 Stunden, Abweichungen je nach Versuch)
- Seminare: 2–3 Wochenstunden
- Spezialisierungsvorlesungen: 3 Wochenstunden
Daneben verbleibt aber viel Zeit beim Lösen der Übungszettel. Typischerweise werden für Mathematik- und Theoretische-Physik-Übungszettel jeweils gut 10 Stunden Bearbeitungszeit pro Woche benötigt (Erfahrungswert vieler Fachschaften). Die Vorbereitung und Auswertung von Versuchen verlangt im Grundstudium etwa 4–5 Stunden pro Versuch, bei Fortgeschrittenen-Versuchen jeweils etwa 30 Stunden (variiert sehr stark). Seminare verlangen 1 bis 2 Vorträge pro Teilnehmer, die Einarbeitung ist allerdings sehr arbeitsintensiv.
Im Semester beansprucht das Studium etwa 60 Stunden in der Woche, die Vorlesungsfreie Zeit hingegen kann für die Vorbereitung von Nachschreibeklausuren und Prüfungen verwandt werden. Um die Belastung gleichmäßiger zu verteilen, bemühen sich viele Hochschulen inzwischen allerdings, Praktika in die vorlesungsfreie Zeit zu verlegen.
Dieses sind nur typische Werte, genauere Informationen sind bei den jeweiligen Fachschaften zu bekommen.
Bachelor- und Masterstudiengänge unterliegen den Regelungen des ECTS, die strikte Vorgaben zum Arbeitsaufwand beinhalten. Da allerdings vielfach die Stufung der Studiengänge lediglich in Form eines Zwischenexamens nach dem 6. Semester anstelle des Vordiploms nach dem 4. Semester geschieht, dürfte es keine großen Abweichungen geben.
Lehramtstudiengänge variieren sehr stark in ihrem Arbeitsaufwand. Insbesondere reduzieren lehramtsspezifische Vorlesungen in Theoretischer Physik erheblich. Die häufige Kombination von Physik und Mathematik führt ohnehin zu einem sehr hohen Arbeitsaufwand im Fach Mathematik, vergleiche Mathematikstudium.
Eine Promotion kann an Universitäten und Technischen Hochschulen, die dieses Fach anbieten, abgelegt werden. Promotionen sind bisher sowohl als sog. externe Promotion, d. h. ohne Einschreibung zum Promotionsstudium, als auch als Promotionsstudiengang möglich. Einzelne Promotionsordnungen können hiervon abweichen. Im Zuge des Bologna-Prozesses könnte es hier zu Änderungen kommen.
Die Promotion schließt - je nach Prüfungsordnung des Fachbereichs der Universität - meist mit dem naturwissenschaftlichen Doktorgrad Dr. rer. nat. ab, es gibt aber auch Dr. phil. nat. als verliehenen Doktorgrad. Im Zuge der Internationalisierung wird auch zunehmend der anglo-amerikanische Ph.D. (Philosophiae Doctor) verliehen.
Die Promotion in der Physik in Deutschland dauert im Schnitt vier Jahre.