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Bachelor- und Masterstudiengänge

Das Lehramtsstudium ist prinzipiell bundeslandabhängig, doch zumindest das Gymnasial- oder Sekundarstufe-II-Lehramt ist bundesweit recht ähnlich. Prinzipiell werden zwei Fächer und Erziehungswissenschaften studiert, im Verhältnis 1. Fach: 2. Fach: Erziehungswissenschaft von 2:2:1.

Physik ist in wenigen Ländern nur in Kombination mit Mathematik studierbar, meistens jedoch frei kombinierbar, also etwa mit Chemie, Philosophie, Erdkunde aber auch z. B. Spanisch oder Deutsch. Für den Fall, dass Physik nicht mit Mathematik kombiniert wird, verlangen manche Universitäten einen zusätzlichen Leistungsnachweis in Mathematik, ansonsten ist die Mathematik nicht Bestandteil des Studiums, das Nebenfach in der Form des Diplom-Nebenfaches gibt es nicht.

Die Kursvorlesungen in experimenteller Physik und das physikalische Grundpraktikum sind in der Regel für Diplom- und Lehramtsstudierende gleich, meistens die Anzahl der Experimente im Praktikum etwas reduziert. Die höheren experimentellen Vorlesungen sind hingegen in vielen Lehramtsstudiengängen nur als Spezialisierungsmöglichkeit für die Examensprüfung vorgesehen. Der Pflichtkanon endet meistens mit der Atom- und Molekülphysik, diese ist allerdings in allen Ländern verbindlicher Studienbestandteil (allerdings mitunter im Gegensatz zum Diplomstudiengang im Hauptstudium angesiedelt, etwa in NRW).

In der theoretischen Physik sind Mechanik einschließlich spezieller Relativitätstheorie, Elektrodynamik und Quantenmechanik sowie eine Übersicht über die Thermodynamik vorgesehen. Die meisten Universitäten bieten spezielle Theorie-Vorlesungen für Lehramtsstudierende mit geringerer mathematischer Komplexität an, andere spalten lediglich einen Teil der Quantenmechanik ab und ersetzten ihn durch einen „Crash-Kurs“ in statistischer Physik. In der Regel besteht die Theoretische Physik für Lehramtsstudierende aus 3 Kursvorlesungen in Mechanik, Elektrodynamik und Quantenmechanik/Thermodynamik.

Daneben gibt es noch Vorlesungen oder/und Seminare aus dem Gebiet der Physikdidaktik. Diese sollen zusammen mit den Schulpraktika eine gewisse Vorbereitung auf den Vermittlungsaspekt des Lehrerberufes vermitteln. Das Angebot im Bereich der Didaktik ist je nach Universität (auch im gleichen Bundesland) sehr unterschiedlich. An einigen Universitäten findet eine aktive didaktische Forschung statt, während andere Hochschulen die Didaktiklehrstühle sehr nachrangig behandelt haben. Vor Aufnahme eines Lehramtsstudiums empfiehlt es sich auch zu speziell diesem Thema Informationen von verschiedenen Stellen (z. B. Studienberatung, Fachschaft, Didaktiklehrstuhl) einzuholen.

Neben der klassischen Ausbildung existieren Modellversuche für Bachelor- und Masterstudiengänge, z. B. an der Universität Bochum.

Da das Schulsystem sich von Bundesland zu Bundesland stark unterscheidet, sind die Lehramtsausbildungsverordnungen entsprechend unterschiedlich. In Baden-Württemberg etwa werden angehende Haupt- und Realschullehrer nicht an Universitäten, sondern an Pädagogischen Hochschulen ausgebildet, in Nordrhein-Westfalen ist dieses Lehramt mit dem der Primarstufe zu seinem Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen zusammengefasst, wobei jedoch Naturwissenschaften/Physik nur bei der Schwerpunktsetzung Haupt- und Realschulen studierbar ist – an Grundschulen zählt dieses zum Sachunterricht, naturwissenschaftlicher Schwerpunkt. Die Ausbildung von Lehrkräften findet in NRW prinzipiell an Universitäten statt.

Prinzipiell ist das Lehramtsstudium durch Landesrecht geregelt.

Bachelor- und Masterstudiengänge sind weit weniger geregelt, da es keine Rahmenprüfungsordnungen gibt. Prinzipiell ergibt sich eine Struktur aus einem 6-semestrigen Bachelor und 4-semestrigen Masterstudium. Am Ende des Bachelorstudium steht eine kurze Studienarbeit, die Masterarbeit dauert zumeist 9 bis 12 Monate. Auch sind prinzipiell der klassische Grundkurs in Experimentalphysik bis zur Atomphysik und zumindest eine gewisse Grundlage in theoretischer Physik (mindestens etwa auf dem Niveau lehramtsspezifischer Theorievorlesungen) vorgesehen. Bereits hier gibt es aber Abweichungen, so existiert z. B. in Marburg ein Physikstudiengang mit Schwerpunkt Biologie, der geringere theoretische Anteile besitzt. Mathematikvorlesungen sind in den Physikbachelors stets enthalten, jedoch in deutlich unterschiedlicher Intensität und Tiefe. In Bielefeld, Göttingen und Bochum wurden auch die Lehramtsstudiengänge auf ein Bachelor-Master-System umgestellt. Ob sich einheitliche Strukturen ergeben, bleibt abzuwarten.

Es gibt keine allgemeinen Schemata, in den sich Physikbachelors abbilden lassen. Inhaltlich sind durch die Notwendigkeit der Akkreditierung dieser Studiengänge gewisse Inhalte verbindlich, von denen Spezialstudiengänge wie „Technische Physik“ oder „Physik mit Schwerpunkt Biologie“ allerdings bereits abweichen können. Der tatsächliche Studienumfang ist zumeist erheblich größer, da die Tiefe dieser Inhalte nicht vorgegeben ist und diese Aufführung den vorgegebenen Rahmen nicht übersteigt, sondern lediglich dem weitgehenden Konsens der Physikergemeinde entspricht.

Diese Inhalte sind:

  • Experimentalphysik
    • Mechanik, Schwingungen und Wellen, Akustik, Spezielle Relativitätstheorie
    • Elektrizitätslehre und Magnetismus
    • Optik (Grundzüge)
    • Wärmelehre
    • Atomphysik
    • Kern- und Teilchenphysik
  • Theoretische Physik
    • Mechanik: Newtonsche Mechanik, Analytische Mechanik (Lagrange-Formalismus), Galilei-Transformationen, Hamiltonfunktion, Spezielle Relativitätstheorie
    • Elektrodynamik: Elektrostatik, Magnetostatik, elektromagnetische Wellen, Maxwell-Axiome
    • Quantenmechanik: Schrödinger-Gleichung, Heisenbergsche Unschärferelation, Wellenfunktionen, Wasserstoffatom, Heliumatom
    • Thermodynamik und statistische Physik: Wärmelehre, Quantenstatistik, Vielteilchentheorie
  • Mathematik (nicht in 2-Fächer-Bachelorn etwa den Lehrerausbildungsmodellen)
    • Differential- und Integralrechnung in einer und mehreren Dimensionen, Differentialgleichungen
    • Vektor- und Matrizenrechnung
    • Differentialgeometrie

(konkret oder zumeist abstrakt wie in der klassischen Ausbildung)

Diese Auflistung gilt zunächst für den in der Physik vorgesehenen und teilweise eingeführten Ein-Fach-Bachelor (Bachelor of Science), Modelle für einen Bachelor (of Arts) mit 2 Fächern, von denen eines Physik sein kann, werden aber ebenfalls erprobt – im Zusammenhang mit den Modellen zur gestuften Lehramtsausbildung. Die bisher existierenden Modelle umfassen jedoch, ausgenommen den mathematischen Anteil, in etwa diesen Kanon.

Der Master of Science ist ein wissenschaftlicher Abschluss, der dem klassischen Diplom äquivalent sein soll. Allerdings sind die Universitäten sehr frei in der Ausgestaltung des Studiums, so dass sich hier lediglich die 9- bis 12-monatige Masterarbeit, die Setzung eines Schwerpunktfaches und weitere Veranstaltungen außerhalb des Schwerpunktes als Standard auszumachen, bereits die Frage, ob im Master Fortführungen sowohl zur Theoretischen als auch zur Experimentellen Physik vorgesehen sind, lässt sich nicht mehr allgemeingültig beantworten, lediglich in den meisten Modellen ist dieses so, es existieren Ausnahmen. Neben dem Master in Physik gibt es noch eine Vielzahl spezialisierter und fächerübergreifender Masterstudiengänge (Optische Technik, Materialwissenschaften etc.). Hierzu gibt es nur formale Rahmenvorgaben über Studienumfang und -dauer.

Für die Fachhochschulen ergibt sich mit der Umstellung auf das Bachelor-Master-System erstmals die Möglichkeit, ihren Absolventen die Zulassung zur Promotion und Zugang zum höheren Dienst in der öffentlichen Verwaltung zu ermöglichen. Dazu muss dies explizit in der Akkreditierung festgestellt worden sein.

Daneben gibt es in Modellversuchen noch den Master of Education als Äquivalent zum 1. Staatsexamen für Lehrämter. Hier sind die Vorgaben des jeweiligen Landesrechts maßgeblich. Allgemein gilt hierfür: Es findet ein Studium in 2 Fächern und Erziehungswissenschaften statt, Fachdidaktik und Kernpraktikum sind Bestandteile des Studiums.

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